DOAG Datenbank Kolumne: OpenAI, ChatGPT und Neusprech – Kundenverwirrung mit "Multicloud"

  • Erstellt von Martin Klier
  • KI, Datenbank Kolumne, Datenbank

Der mit OpenAI realisierte Chatbot "ChatGPT" ist derzeit in aller Munde.

So habe ich ihn beauftragt, mir eine DOAG Datenbank Kolumne zu einem Thema zu schreiben, das mich immer wieder zucken lässt. Warum? Weil es die Bestrebungen nach Hochverfügbarkeit meiner Kunden und Bekannten unterminiert. Der globale Ausfall der Microsoft Services vom Januar 2023 stimmt mich da nicht optimistischer... aber lesen Sie selbst:

 

Martin an ChatGPT:

"Schreibe mir einen Text mit 200 Wörtern, der darstellt, warum die Begriffswahl "Multicloud" durch Oracle irreführend und als Neusprech zu werten ist. Oracle sagt "Multicloud" wenn sie meinen, dass Applikationen anderer Cloudservices auch auf Oracle-Cloud-Datenbanken zugreifen können. Eigentlich meint "Multicloud-Strategie" aber, für den selben Dienst mehrere Cloud-Anbieter parallel zu nutzen, um nicht abhängig zu sein."

 

ChatGPT an Martin:

Zitat ---
Die Begriffswahl "Multicloud" von Oracle kann irreführend sein, weil sie einen falschen Eindruck vermittelt. Der Begriff "Multicloud" wird normalerweise verwendet, um die parallele Nutzung von Diensten verschiedener Cloud-Anbieter zu beschreiben, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Oracle verwendet den Begriff jedoch, um zu beschreiben, dass Anwendungen anderer Cloud-Dienste auf ihre Datenbanken zugreifen können.

Diese Verwendung des Begriffs kann als Neusprech angesehen werden, weil sie einen falschen Eindruck vermittelt und den wahren Sinn des Begriffs verfälscht. Eine wahre "Multicloud-Strategie" bedeutet, mehrere Cloud-Anbieter gleichzeitig zu nutzen, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Oracle beschreibt jedoch lediglich die Integration von Anwendungen anderer Cloud-Dienste in ihre eigene Cloud-Infrastruktur.

Es ist wichtig, dass Unternehmen genau verstehen, was sie unter "Multicloud" verstehen, um eine geeignete Cloud-Strategie zu entwickeln. Die Verwendung von Neusprech kann zu Verwirrung und falschen Entscheidungen führen, was langfristig negative Auswirkungen auf das Geschäft haben kann. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie genau verstehen, was sie kaufen, bevor sie eine Entscheidung treffen.
--- Zitat Ende.

Okay... viel besser kann ich meine Gedanken nicht ausdrücken, mein Text wäre vielleicht etwas weniger verschwurbelt, weniger Unternehmensberater-Slang, mit mehr Herz und weniger Mechanik verfasst, aber das Wesentliche ist drin. Ja, die Maschine hat mich verstanden.

Nun zu den Menschen: Kurz und knapp, Multicloud für Datenbanker ist: Ich habe die Primary bei Oracle, die Standby-Datenbank bei Azure und den Observer bei AWS. Damit liegt das Risiko auszufallen bei etwa 50%. Sind aber die Applikation bei Azure und das Datenbankcluster bei Oracle, so komme ich grob auf 200%: Die traurige Wahrheit, dass ein Cloud-Anbieter komplett ausfallen kann und ich von beiden gleichzeitig abhängig bin.

Und nochmal zu Erinnerung an meine Kolumne vor gut einem Jahr: Hat ein Kunde organisatorischen Ärger mit seinem On-Premises-Lizenzgeber, kann er aus sicherer Position über den nächsten Einkauf verhandeln. Liegen aber alle seine Daten-Eier in einem einzigen Cloud-Korb, hat der Kunde sehr schlechte Karten im "Daily Business", wenn er mit seinem Anbieter streiten muss. Und das gilt leider auch für Kundinnen.

 

Ihnen eine gute Zeit und stets sicheren Zugriff auf konsistente Daten!

Ihr Martin Klier

DOAG Themenverantwortlicher Hochverfügbarkeit

 

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Bild von Alexandra_Koch auf Pixabay