Selbstorganisation entsteht nicht von allein
Cloud-Technologien ermöglichen neue Arbeitsweisen, größere Handlungsspielräume und schnellere Entscheidungen. Doch die dazu notwendige Selbstorganisation ist nicht automatisch vorhanden. In Folge 44 der Edition People spricht Dave König mit der Organisationspsychologin Dr. Rebekka Mander darüber, wie Teams und Unternehmen ihre Zusammenarbeit verändern können, ohne die Gesundheit der Beschäftigten aus dem Blick zu verlieren.
“Organisationen bestehen aus Menschen. Das heißt, du kannst das gar nicht voneinander trennen”, bringt Rebekka Mander ihren Ansatz auf den Punkt. Selbstorganisation brauche einen verlässlichen Rahmen, Beteiligung und die Möglichkeit, neue Arbeitsweisen auszuprobieren. Anhand eines Projekts mit rund 140 Beschäftigten zeigt sie, warum nachhaltige Organisationsentwicklung nicht innerhalb weniger Wochen abgeschlossen werden kann.
Wenn “schneller werden” nicht das eigentliche Ziel ist
Was steckt hinter dem Auftrag, ein Team müsse schneller oder produktiver werden? Häufig lohnt sich zunächst der Blick auf das tatsächliche Problem. Fehlende Strukturen können den Arbeitsfluss behindern. Ebenso können Konflikte, politische Interessen oder mangelnde psychologische Sicherheit dafür sorgen, dass Teams ihre Fähigkeiten nicht entfalten.
Auch Führungskräfte spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie können Veränderungen unterstützen, aber selbst Teil des Problems sein. Gleichzeitig warnt Rebekka Mander davor, sämtliche Verantwortung vorschnell beim Management abzuladen. Entscheidend seien Kritikfähigkeit, Selbstreflexion und die Bereitschaft, Mitarbeitende ernsthaft am Veränderungsprozess zu beteiligen.
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Fokus statt ständiger Kontextwechsel
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist der Mythos Multitasking. Tatsächlich wechselt das Gehirn beim vermeintlich parallelen Arbeiten ständig zwischen verschiedenen Aufgaben. Das erhöht die kognitive Belastung und kostet Konzentration. „Arbeitsunterbrechungen sind echt so ein Ding, das zu den größten Belastungen sogar zählt“, erklärt Rebekka Mander.
Dave König erlebt diese Belastung auch in IT-Projekten: Zu viele parallele Aufgaben und permanente Kontextwechsel können Menschen regelrecht erschöpfen. Gesunde Arbeit bedeutet daher nicht nur Obstkorb, Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten. Sie braucht ausreichend Zeit, realistische Arbeitsmengen, sinnvolle Meetings und Raum für Emotionen und Bedürfnisse.
Zum Abschluss richtet Dave König den Blick auf den Kern der Episode: “Nicht nur auf die Tools schauen, sondern auf die Menschen im System.” Denn modernere Technologien und Arbeitsmodelle führen nicht automatisch zu einer gesünderen Arbeitswelt.
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Fünf Editionen, viele Perspektiven
DOAG VOICES erscheint mit wechselnden Hosts und Schwerpunkten, die das breite Spektrum der DOAG-Community abbilden:
- DOAG VOICES People – Ein Mensch im Fokus
Persönliche Geschichten, die zeigen, was hinter Fachwissen steckt.
- DOAG VOICES FutureAI – KI im Hier und Morgen
Gespräche über Künstliche Intelligenz, Ethik und Zukunftsvisionen.
- DOAG VOICES DataWorld – Von Analytics und Solutions
Von Data Lakes über Analytics bis zu intelligenten Architekturen.
- DOAG VOICES CloudTalk – 100 % Cloud-Computing
Wie Cloud-Technologien Unternehmen sowie Entwicklerinnen und Entwickler verändern.
- DOAG VOICES DevLand – The Next Generation Of Development
Moderne Softwareentwicklung zwischen Wandel und multiplen Perspektiven.
DOAG VOICES – einzigartige Stimmen aus der Welt der IT. Folge 45 erscheint am Dienstag, 15. September 2026.


