Recap DevLand 2026: Bühne frei für eine neue Ära

  • Erstellt von Moritz Rißmann
  • KI, Cloud Native, Konferenz, Data Engineering, Soft Skills, Data Analytics, Development

Zwischen inspirierenden Keynotes, praxisnahen Sessions, strategischen Diskussionen und besonderen Community-Momenten: Eine Atmosphäre, die gleichermaßen zum Nachdenken, Lernen und Vernetzen einlud.

Die DevLand 2026 glänzte mit einer gelungenen Premiere von 65 Sessions bei rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Am 12. und 13. März trafen sich Software Developer, Architektinnen und Architekten, Tech-Leads sowie Entscheiderinnen und Entscheider im Europa-Park in Rust, um über die großen Fragen der Branche zu sprechen: Wie verändert KI unsere Arbeit? Welche Architekturen sind zukunftsfähig? Und wie gestalten wir Technologie so, dass sie Menschen stärkt, statt ersetzt? Unterteilt wurde das facettenreiche Programm in fünf Bereiche: AI Valley, Architecture Avenue, Cloud Cliffs, Career Coast und Data Docks.
 

Neue Perspektiven bei den Keynotes

Highlights der DevLand setzten unter anderem fünf fachliche Keynotes auf der großen Bühne über KI und Data mit neuen Perspektiven für Developer.

Stefan Latuski (CIO der Bundesagentur für Arbeit & CEO IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit) eröffnete mit einer Keynote über den rasanten Wandel durch KI. Seine zentrale Metapher: KI fühlt sich an wie eine Hochgeschwindigkeits-Achterbahn. Sie beschleunigt Softwareentwicklung, verändert Rollenbilder und wirkt sich massiv auf den Arbeitsmarkt aus. Entscheidend ist aber, wie wir als Developer diese Entwicklung gestalten. Mit dem Konzept der Human-Friendly Automation zeigte er, warum Technologie im Kontext des demografischen Wandels nicht nur Effizienztreiber, sondern auch ein Instrument zur Stärkung von Menschen und Organisationen sein kann.

Im Anschluss warf Frank Szilinski, CTO bei der esentri (Teil der Gofore Group), einen Blick auf die Veränderung der Softwareentwicklung: Durch KI, Automatisierung und Abstraktion verschiebt sich der Fokus von der Umsetzung hin zu Zielen, Leitplanken und systemischer Gestaltung. Frank ging mehr darauf ein, wie sich dadurch die Rolle von Engineers verändert – hin zu mehr Gestaltung, Klarheit und Zusammenarbeit –, während KI als Beschleuniger wirkt und neue Freiräume für Kreativität sowie Qualität schafft. Ein Thema, das viele Teilnehmende aus ihrem eigenen Alltag nur zu gut kennen und so auf große Zustimmung im Saal stieß. 

Mit viel Energie und einem Blick über die Tech-Welt hinaus brachte David Zimmer eine weitere Perspektive aus der KI-Szene ein: Als AI Strategist von disruptive ist er der Überzeugung, dass KI ist nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Treiber für völlig neue Geschäftsmodelle ist und dass ein Developer in Zukunft mehr mit Software als mit Coding beschäftigt sein wird. Wer heute mit KI experimentiert, gestaltet die Märkte von morgen. 

Tim Biedenkapp, Director of Technology bei adorsys, machte in seiner Keynote auf die Wichtigkeit von Daten und deren Qualität aufmerksam. Es ist für die Softwarearchitektur in Zukunft essenziell bedeutend, wie gut diese Daten sind, damit auch Maschinen besser klarkommen und Verbindungen herstellen können. Das Publikum beteiligte sich rege an der Session und stellte viele nachvollziehbare Fragen. 

Den Abschluss der Keynotes-Reihe bildete Prof. Dr. Johannes Schildgen der OTH Regensburg, der mit viel Humor, musikalischer Darbietung und Fachwissen zeigte, wie sich komplexe Algorithmen und KI-Tools verständlich und praxisnah einsetzen lassen. Seine Keynote schlug die Brücke zwischen akademischer Perspektive und realer Softwarepraxis.
 

Deep Dive: Sessions für die Praxis

Neben den großen Visionen auf der Bühne bot die DevLand auch viele konkrete Einblicke in aktuelle Technologien und Arbeitsweisen.

Julia Kordick stellte den Teilnehmenden den Agent Mode in GitHub Copilot für Visual Studio Code vor und gab einen ersten Blick auf einen SWE-Agenten. Sie zeigte an Beispielen, wie dieser nicht nur Ergebnisse liefert, sondern den eigentlichen Prompt um weitere Aufgaben ergänzt. Äußerst praktisch!

Cedric Clyburn und Legare Kerrison erklärten unter anderem, warum gute KI vor allem eines braucht: gute Daten. In ihrer Session beschrieben sie, wie sich mit Open-Source-Werkzeugen und synthetischen Daten LLMs gezielt an Domänenwissen anpassen lassen – ein entscheidender Schritt, um generische Modelle in echte Business-Anwendungen zu verwandeln.

Mit viel Erfahrung aus der Praxis zeigte Andreas Voigt, warum Fehlerbehandlung mehr sein sollte als ein nachträglicher Fix und stattdessen als zentrales Architekturprinzip gedacht werden muss. Außerdem analysierte er, wie verschiedene Sprachen und Frameworks mit Fehlern umgehen und warum Checked Exceptions oft mehr Komplexität als Klarheit schaffen. 

Natürlich bot die DevLand mit dem Schwerpunkt "Career Coast" Themen abseits technischer Expertise. Zum Beispiel beleuchtete Joshua Töpfer ADHS im Kontext der IT-Branche. ADHS bringt sowohl Herausforderungen wie Prokrastination und Chaos mit sich, aber kann auch Stärken wie Kreativität und intensiven Hyperfokus fördern. Es wurden praktische Tipps und Strategien vorgestellt, wie Developer und ihr Team ihre Stärken gezielt nutzen und mit den Herausforderungen von ADHS umgehen können. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren darüber begeistert, konnten neues Wissen mitnehmen und sprachen nach der Session noch lange darüber.
 

Diversität im Fokus & Innovation zum Mitmachen

Ein weiterer besonders wichtiger Programmpunkt war das Women-in-Tech-Panel. Hier diskutierte Inga Glotzbach mit Anna Kneller, Julia Kordick, Marissa Hofmann und Ildikó Tárkányi offen über die Frage, warum Frauen die IT-Branche häufiger verlassen und was Teams und Unternehmen konkret dagegen tun können. Die Diskussion ging bewusst über Problembeschreibungen hinaus und fokussierte sich auf Lösungen: von Teamkultur über Führungsverhalten bis hin zu strukturellen Veränderungen. Und alle waren sich einig: Da geht noch mehr in Zukunft. Viele Besucherinnen und Besucher wurden dank der Podiumsdiskussion für das Thema sensibilisiert.

Bei der AI Challenge wurde es kreativ und experimentell. Teams entwickelten innerhalb von 24 Stunden Ideen, Prototypen und Lösungsansätze nur unter Einsatz von Vibe Coding. Das heißt, es durfte keine Codezeile selbst geschrieben werden. Der Wettbewerb zeigte eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft entsteht, wenn unterschiedliche Perspektiven und Technologien zusammenkommen. Und welche interessanten Ideen dabei umgesetzt wurden: Eine App für kollaborative Musik, ein digitaler Karma-Tracker für mehr Motivation, ein Renewal eines Social Media Post Generators und schließlich – der Sieger dieses Wettbewerbs – ein Entwicklertool namens "ArchAngel", das vorläufige Codeänderungen analysiert und architektonisches sowie semantisches Feedback liefert, das herkömmlichen statischen Analyse-Tools oft entgeht. Das Tool überzeugte das Publikum, wie auch das Format an sich. Auch nächstes Jahr soll es die AI Challenge mit einem neuen Thema geben. Seid gespannt! 
 

Visionary Track

Parallel zu den technischen Sessions fand der Visionary Track statt, ein Format speziell für CEOs, CTOs und CIOs. In moderierten Roundtables diskutierten sie im geschlossenen Raum über Themen wie KI-Strategie, Datenhoheit, technologische Souveränität und organisatorische Transformation. Ziel war nicht, Deep Dives in technische Themen zu machen, sondern ein gemeinsames Verständnis der strategischen Weichenstellungen, die Organisationen heute treffen müssen, zu entwickeln. Kurze Impulsvorträge setzten den Rahmen, anschließend erarbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam ein Lagebild sowie priorisierte Herausforderungen und nächste Schritte für ihre Organisationen und Unternehmen. Die Ergebnisse wurden im Nachgang als kompakte Summary geteilt – als Grundlage für weitere Zusammenarbeit über die DevLand hinaus. Im Rahmen des Visionary Tracks wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem exklusiven Dinner im multisensorischen Fine Dining Restaurant eatrenalin eingeladen. Wir freuen uns über das äußerst positive Feedback der C-Level-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer zum Visionary Track, das uns bereits erreicht hat.
 

Legendärer Videospielentwickler John Romero auf der DevLand

Ein absolutes Highlight war der Besuch von John Romero, Mitgründer von id Software und Schöpfer von Klassikern wie Doom, Quake, Wolfenstein 3D und Commander Keen. In seiner Keynote gab er persönliche Einblicke in über vier Jahrzehnte Game- und Tech-Geschichte – von den frühen Tagen der Spieleentwicklung bis zu modernen Engines und kreativen Arbeitsweisen. Doch damit nicht genug: Bei der Autogrammstunde konnten Fans die Game-Ikone persönlich treffen und beim legendären 1-vs-1-Doom-Deathmatch sogar gegen ihn antreten. Leider konnte keiner Mr. Doom höchstpersönlich auf der Bühne vor großem Live-Publikum bei einzigartiger Stimmung schlagen. 
 

DevLand bei Nacht

Auch der Abend hatte einiges zu bieten. Der Auftakt: Eine Fahrt mit dem CanCan Coaster im Europa-Park – ein Adrenalinkick, der nach einem langen Tag voller Wissensaustausch nötig war. Danach ging es zum gemeinsamen köstlichen Dinner in die Diner Station in Silver Lake City im Western-Stil. Und wer danach noch Energie hatte, traf sich in der Wild Horse Bar zum Tanzen, Singen und Lachen zur Musik von DJ Mister X oder zu einer entspannten Runde Billard. Gemeinsam ließen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Tag bei Gesprächen und jeder Menge Networking in lockerer Atmosphäre bis spät in die Nacht ausklingen.
 

Impressionen & On-demand-Angebot

Die DevLand hat gezeigt, wie intensiv der Austausch zwischen Technologie, Strategie und Community sein kann. Neue Ideen, inspirierende Menschen, spannende Diskussionen und ein Rahmen, der Konferenz und Erlebnis auf besondere Weise im Europa-Park verbindet. Über unsere Archivseite könnt ihr viele Impressionen des Events in der Bildergalerie bestaunen, sobald die Fotos verfügbar sind. Folgt gerne unserem LinkedIn-Account für weitere Berichte und Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DevLand 2026. 

Für diejenigen, die das Event verpasst haben, bieten wir mit unserem On-demand-Ticket ab Kauf für ein Jahr lang Zugriff auf alle Inhalte (außer Workshops) an. Die Teilnehmenden der DevLand 2026 haben über die Agenda automatisch Zugang zu allen Vortragsaufzeichnungen und -unterlagen.
 

Save the Date

Wir danken allen Teilnehmenden, Speakern, Partnern und Mitwirkenden für eine unvergessliche Zeit! Markiert euch bereits die nächste Ausgabe der DevLand im Kalender: 3. bis 5. März 2027 im Europa-Park in Rust. Der Ticketverkauf startet in Kürze, stay tuned! 

© Moritz Rißmann
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