Nvidia präsentiert kleinen KI-Supercomputer

  • Erstellt von Moritz Rißmann
  • KI, Gesellschaft

Der kleine kompakte Supercomputer und dessen leistungsstarker Chip von Nvidia werden das Arbeiten an aufwändigen KI-Modellen revolutionieren.

Es gibt große Neuigkeiten in der KI-Welt: Nvidia, einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Computer, Server und Spielekonsolen, präsentierte neben ihrer neuesten Grafikkarten-Generation auch ihr neues Vorhaben "Project Digits" und sorgte damit für Furore. Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2025 in Las Vegas stellte Firmenchef Jensen Huang das Projekt in seiner Keynote vor. Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz ist da – und sie passt direkt auf euren Schreibtisch: ein KI-Supercomputer.
 

Das Herzstück der Revolution: Der GB10 Grace Blackwell Superchip

Der KI-Supercomputer, ausgestattet mit einem innovativen Chip der Blackwell-Serie namens "GB10", soll bereits ab Mai dieses Jahres zu Preisen ab 3000 Dollar bei mehreren Herstellern verfügbar sein. Dieses technische Wunderwerk ist eine Verschmelzung der innovativsten Technologien, die Nvidia wohl jemals entwickelt hat. Im Inneren schlägt ein wahres Leistungsmonster

  • 20 Kerne pure Rechenpower: Zehn Cortex-X925-Kerne und zehn Cortex-A725-Kerne sollen selbst die schwierigsten KI-Aufgaben bewältigen.
  • GPU der Superlative: Die brandneue Blackwell-Architektur bietet nie dagewesene Geschwindigkeit und Effizienz – 1 Petaflop Leistung bei FP4-Präzision.
  • Gigantischer Speicher: Mit 128 GB Unified Memory und bis zu 4 TB NVMe-SSD-Speicher soll euch eine Datenverarbeitungskapazität zur Verfügung stehen, die den Workflow auf eine höhere Ebene bringt.

Dieses System kann KI-Modelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern verarbeiten und durch die Verbindung von zwei Systemen sogar auf 405 Milliarden Parameter erweitern. Huang betonte, dass auf dem kompakten Supercomputer leistungsstarke KI-Modelle laufen sollen. Aus einem Serverschrank wurde nun ein kleiner Kasten durch ein "System on a Chip" (SoC), bei dem die Hardware auf einem Chip integriert wird – das gleiche Verfahren nutzt auch Apple mit dem M-Prozessoren seit dem Jahr 2020. Ein weiterer Vorteil ist, dass dabei Sprachmodelle direkt lokal auf dem Gerät funktionieren, das heißt die Daten werden nicht an externe Server wie von Open AI, Google oder Meta geschickt und sind somit auch schneller verfügbar.
 

Wachsende Bedeutung für Nvidia und die KI-Entwicklung

Nvidia wagt somit einen neuen Schritt im noch frischen Geschäftsfeld. In der Vergangenheit entwickelten sie performante Chips für andere Computerhersteller. Jetzt erstellen sie mit "Project Digits" eigene KI-Computer, mit einer bemerkenswerten Intension, wie Huang erklärte: “KI wird in jeder Anwendung und in jeder Branche zum Mainstream werden. Mit "Project Digits" kommt der Grace Blackwell Superchip zu Millionen von Entwicklern. KI-Supercomputer auf dem Schreibtisch eines jeden Datenwissenschaftlers, KI-Forschers und Studenten zu platzieren, gibt ihnen die Möglichkeit, sich zu engagieren und das Zeitalter der KI zu gestalten." Somit möchte wohl Nvidia das Thema Künstliche Intelligenz merklich vorantreiben. Es ermöglicht, KI-Modelle lokal zu entwickeln, zu testen und zu optimieren, bevor sie in größeren Infrastrukturen eingesetzt werden. Dieser Schritt könnte die Entwicklung und Implementierung von KI-Anwendungen erheblich beschleunigen und die Zugänglichkeit zu Hochleistungs-KI-Ressourcen erweitern.

Letztendlich soll der kleine Supercomputer die dominante Stellung Nvidias in der Branche verstärken. Und Huang hatte weitere Asse im Ärmel: Selbstfahrende Autos, humanoide Roboter und eine Trainingssoftware für Künstliche Intelligenzen stehen auf der Agenda. 

Autonome Fahrzeuge sollen mit dem eigens dafür entwickelten Computer "Thor" ausgestattet werden, der Informationen verschiedener Sensoren verarbeiten soll. Der Chipsatz könnte auch bei humanoiden Robotern zum Einsatz kommen. 

Die Software "Cosmos" von Nvidia soll realistisch aussehende Umgebungen erstellen, mit denen Künstliche Intelligenzen trainiert werden können. Laut Huang soll die KI verstehen, wie die reale Welt aussieht und abläuft. Dazu wurde das KI-Modell hinter der Software mit circa 20 Millionen Stunden Videoaufnahmen gefüttert.
 

Unser Angebot zu KI

Auch dieses Jahr wird uns das Thema KI weiterhin begleiten und neue Bereiche der Anwendung erobern. Im November letzten Jahres fand unsere KI Navigator 2024 statt. Lest dazu gerne unseren Nachbericht. Wenn ihr das Event verpasst habt, könnt ihr mit dem On-demand-Ticket ein Jahr lang Zugriff auf alle verfügbaren Präsentationen und Aufzeichnungen erhalten. Holt euch dafür das Ticket über unseren Shop und sucht in der Agenda die Beiträge, die euch interessieren. Vortrag anklicken, runterscrollen, Video anschauen und Slides herunterladen – fertig! 

Save the Date: Das gemeinsame Event von DOAG, Heise Medien und de'ge'pol etabliert sich als eine der führenden KI-Konferenzen im deutschsprachigen Raum. Als Kompass für die neuesten Anwendungen von KI und ihre Auswirkung auf alle Lebensbereiche wird die KI Navigator auch in diesem Jahr wieder in Nürnberg stattfinden. Markiert euch im Kalender den 19. und 20. November 2025 für die dritte Ausgabe der #KINavigator!

© Nvidia
© Nvidia